Sage Koochee

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Vom Sinn oder Unsinn (ursprüngliche) Hirtenhunde in Westeuropa zu halten

Die Hirtenhunde Zentralasiens sind, wie die Rassen mit ähnlichen Aufgaben, zum Beispiel im Kaukasus oder in Ost- bzw. Südeuropa, als Arbeitshunde gezüchtet worden. Ihre Hauptaufgabe, nicht ihre einzige Aufgabe, war und ist der Schutz der Herden vor Beutegreifern oder zweibeinigen Dieben. Dieses geschieht gemeinsam mit dem Hirten, aber ggf. auch selbständig aus eigenem Antrieb heraus. Hierzu bedarf es körperlich starker und robuster Hunde, die zu eigenständigem Handeln fähig und mit Schutztrieb ausgestattet sind. Hier könnte die vorliegende Abhandlung bereits mit dem Satz enden: Solche Hunde sind in unserem überbevölkerten und überbürokratisierten Westeuropa mit seinen Millionen von Menschen, die den Bezug zur Natur völlig verloren haben, fehl am Platz. Diese Meinung lässt sich sicherlich mit durchaus schwerwiegenden Argumenten vertreten.

Aber ist dieses nicht doch etwas zu kurz gegriffen? Der lobenswerte Weg von Herrn Rasaq Qadirie während der Kriegswirren der letzten Jahrzehnte in Afghanistan, einzelne Hirtenhundexemplare aus vom Aussterben bedrohten Blutlinien nach Westeuropa bzw. nach Kanada mit dem Ziel zu bringen, deren Nachzucht in ruhigeren Zeiten afghanischen Schafzüchtern, die im Aufbau neuer Herden sind, zur Verfügung zu stellen, hat Hundefreunden im Westen die Gelegenheit gegeben, den Sage Koochee kennen und lieben zu lernen. Sie durften die Erfahrung machen, dass es, wenn die Bedingungen stimmen, möglich ist, einem solchen Hund ein artgerechtes Umfeld auch bei uns zu bieten.

Idealbedingungen für Hirtenhunde sind ein großes, sicher eingezäuntes Gelände, täglicher Freilauf, die enge Einbeziehung der Hunde in das Familienleben sowie die Aufgabe, etwas zu bewachen (Haus, Garten, Nutztiere, Familienmitglieder). Wo diese Bedingungen gegeben sind, fühlen sich nicht nur Hirtenhunde, sondern auch ihre Eigentümer mit ihren Hunden wohl.

Aber muss es wirklich ein so ursprünglicher Hirtenhund wie der Sage Koochee sein? Das sicher nicht! Hirtenhunde, die durch mehrere Generationen "Schönheitszucht" - je nach Zuchtkriterien - bestimmte Eigenschaften verloren haben, können leichter zu führen sein. Hat man den Sage Koochee aber einmal richtig kennengelernt, kann der Wunsch nach einem solchen Tier durchaus übermächtig werden.

Ihre Beweglichkeit, ihre Schnelligkeit, ihre Kraft, ihre im Vergleich zu westlichen Rassen überdurchschnittliche Gesundheit und Altersfrische, ihre Intelligenz, ihre Gelassenheit, ihre für Hirtenhunde hohe Reizschwelle, ihre liebenswerte Sturheit und nicht zuletzt ihre große Zuneigung zu ihrer Familie nehmen einen gefangen.

Ist man der Faszination des Sage Koochee erlegen und erfüllt die oben angegebenen Idealbedingungen zum Halten von Hirtenhunden, dann muss man sich als Nächstes darüber im Klaren sein, dass es ohne die Liebe zum Tier und ein Verständnis für das Land und für die Kultur des Landes, aus dem diese Hunde stammen, nur wenig Sinn macht, sich dieser Rasse mit Leib und Seele zu verschreiben. Sind auch diese Voraussetzungen gegeben, sollte man diese ursprünglichen Hirtenhunde halten.